








3daysofdesign Copenhagen –
Design erleben in einer ganzen Stadt
Unser erster Besuch der 3daysofdesign in Copenhagen war ein besonderes Erlebnis – inspirierend, urban und voller Atmosphäre.
Statt in einer klassischen Messehalle bewegt man sich durch die Stadt: von Showrooms und Ateliers über historische Gebäude, Innenhöfe und Galerien bis hinaus in den Hafen. Genau diese Verbindung aus Design, Architektur, Stadtleben und Wasser macht den besonderen Reiz aus.
Die Messe erinnert in ihrer Offenheit an den Münchener Stoff Frühling, wirkt jedoch noch stärker mit Kopenhagen verwoben. Möbel, Licht, Textilien und Materialien werden nicht isoliert gezeigt, sondern in echten Räumen erlebbar gemacht.
Internationale Marken wie Kvadrat, Gubi, Extremis, Vitra und viele weitere präsentierten ihre Kollektionen in acht Design Districts. Besonders eindrucksvoll war Nordhavn, wo industrielle Hafenarchitektur, moderne Stadtentwicklung und Design auf spannende Weise zusammenfinden.
Für uns war die 3daysofdesign eine inspirierende Reise durch Materialität, Raumgefühl, Outdoor Living, Licht, Handwerk und skandinavische Klarheit. Kopenhagen zeigt, wie facettenreich Design sein kann – ruhig, hochwertig, lebendig und überraschend nahbar.
Was uns besonders aufgefallen ist
Ein starkes Thema war die Verbindung von Indoor und Outdoor. Viele Hersteller denken Außenbereiche heute nicht mehr als reine Terrasse, sondern als vollwertige Wohnräume im Freien. Große Tische, komfortable Sitzmöbel, textile Elemente, Pflanzen, Licht und hochwertige Materialien schaffen Atmosphären, die sich genauso selbstverständlich anfühlen wie ein gut gestalteter Innenraum.
Auch das Thema Materialität war sehr präsent: Stoffe, Oberflächen, Holz, Stein, Metall, textile Strukturen und handwerkliche Details wurden sehr sinnlich inszeniert. Besonders bei Kvadrat wurde deutlich, wie wichtig Textilien für Atmosphäre, Akustik, Farbe und Raumgefühl bleiben.
Bei Gubi zeigte sich einmal mehr die Kraft von ikonischem Design, kombiniert mit starker räumlicher Inszenierung. Leuchten, Sitzmöbel und Tische wurden nicht isoliert präsentiert, sondern als atmosphärische Gesamtbilder.
Vitra wiederum zeigte mit dem Studio Œ Entwurf „Bascule“ sehr schön, wie komfortorientiertes, bewegliches Sitzen neu gedacht werden kann. Die Präsentation passte perfekt zum übergeordneten Messethema: Design soll nicht nur schön sein, sondern auf den Menschen, seine Bewegung und seine Gewohnheiten reagieren.
Die wichtigsten Trends der 3daysofdesign 2026
Das offizielle Thema der 3daysofdesign 2026 lautete „Make This Moment Matter“. Der Fokus lag damit stark auf bewusstem Gestalten, Sinnhaftigkeit, Präsenz und der Frage, welche Bedeutung Design im Alltag haben kann.
1. Sinn statt reiner Oberfläche
Design wurde weniger als reine Produktneuheit gezeigt, sondern stärker als Haltung. Viele Präsentationen stellten die Frage: Wie leben wir? Wie arbeiten wir? Wie schaffen Räume Ruhe, Begegnung, Konzentration oder Gemeinschaft?
2. Mehr Sinnlichkeit und Atmosphäre
Räume wurden multisensorischer inszeniert: Licht, Klang, Haptik, Textilien und Materialoberflächen spielten zusammen.
3. Handwerk, Herkunft und Materialehrlichkeit
Holz, Textilien, Stein, Keramik und Metall wurden nicht nur als Oberfläche gezeigt, sondern mit ihrer Herkunft, Verarbeitung und Geschichte. Bei Ausstellungen wie „Material Matters“ standen verantwortungsvolle Materialien, Biomaterialien und neue Materialkreisläufe im Mittelpunkt.
4. Nachhaltigkeit wird konkreter
Nachhaltigkeit war weniger plakatives Schlagwort, sondern wurde über langlebige Produkte, reparierbare Möbel, verantwortungsvolle Rohstoffe, Materialinnovationen und Kreislaufdenken erzählt. Wallpaper* nennt unter anderem Algen-basierte Materialien, Myzel-Oberflächen und wiederverwertete Materialströme als Beispiele der 2026er Ausgabe.
5. Outdoor wird wohnlicher
Gerade im Hafen und bei Marken wie Extremis wurde deutlich: Outdoor-Möbel werden architektonischer, komfortabler und wohnlicher. Große Tafeln, lange Bänke, flexible Sitzlandschaften und wetterfeste Materialien schaffen Räume für Kommunikation und gemeinsames Essen.
6. Skandinavisches Design bleibt ruhig – aber nicht kühl
Die Farb- und Materialwelten wirkten oft zurückhaltend, aber keineswegs langweilig: gedämpfte Grüntöne, warme Naturtöne, Stein, Holz, Leinen, Bouclé, strukturierte Stoffe, Chrom- und Metallelemente sowie viel Licht. Es ging um Balance, Proportion, Natürlichkeit und Räume, die nicht laut sein müssen, um stark zu wirken.
7. Ikonen und neue Entwürfe stehen nebeneinander
Sehr spannend war der Mix aus Designklassikern, Neuinterpretationen und jungen Positionen. Viele Marken setzen auf ihre Geschichte, zeigen diese aber in zeitgemäßen Räumen und mit neuen Materialien, Farben oder Funktionen.
Fazit
Die 3daysofdesign ist für uns weit mehr als eine Messe. Sie ist ein Stadterlebnis, eine Inspirationsreise und ein sehr direkter Blick darauf, wohin sich Interior Design entwickelt.
Copenhagen inspiriert durch seinen Facettenreichtum: historische Bauten, moderne Architektur, Hafenatmosphäre, kleine Ateliers, große Markenwelten und eine spürbare Wertschätzung für gutes Design. Es macht großen Spaß, diese Stadt zu entdecken – und dabei Möbel, Materialien, Farben und Raumkonzepte in so unterschiedlichen Kontexten zu erleben.
Unser Fazit: Die 3daysofdesign ist ein Festival, das man nicht nur besucht, sondern erlebt. Für Interior Design, Einrichtung, Materialität und Raumgefühl ist Copenhagen eine Reise wert – und für uns sicher nicht zum letzten Mal.